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Ein Muss!
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Sophokles' attische Tragödie "Antigone" behandelt die gleichnamigen Protagonistin, die versucht ihrem Schicksal zu entgehen. Antigone ist die Tochter Ödipus', der durch seine Taten (tötete seinen Vater, heiratete seine Mutter, beging Selbstmord) einen Fluch auf sich und seine Familie legte. Nachdem sich Antigones beiden Brüder gegenseitig im Kampf um den Thron getötet haben, verbietet der aktuelle König Kreon das Begräbnis des einen Bruders, Polyneikes. Wer sich diesem Gesetz widersetzt soll hingerichtet werden. Antigone möchte ihren toten Bruder dennoch bestatten und schert sich nicht um des Königs Verbot. Ihre Schwester Ismene versucht sie vergeblich davon abzuhalten.
Kurze Zeit später erfährt Kreon von der bereits vollzogenen Totenklage und befiehlt seinen Wächtern, den Täter zu fangen. Als Antigone schließlich zu Kreon geführt wird, gibt er ihr die Chance, ihre Tat zu leugnen. Diese beginnt allerdings, ihrem König vorzuwerfen, er hebe sich über die Götter. Als dann noch Kreons Sohn Haimon auftaucht, um ihm zu sagen, das Volk wünsche eine Bestattung für Polyneikes nimmt Kreons Stolz überhand: Antigone soll sterben. Der blinde Seher Teiresias, jahrelanger Weggefährte Kreons, rät seinem König Einsicht, sonst ereile auch ihn ein schrecklicher Fluch. Kreon muss eine Entscheidung treffen...

Auf knapp 60 Seiten (Reclam-Version) hat Sophokles mit seiner "Antigone" eine von Anfang bis Ende spannende Tragödie geschaffen.
Der Leser wird direkt in das Geschehen hineingeworfen (der Fluch liegt bereits auf der Familie, Antigones Brüder sind schon tot und das Verbot des Königs ist ausgesprochen), weshalb man das ganze Stück über nicht auf die Idee kommt, es aus der Hand zu legen. (Ich habe es ohne Unterbrechung durchgelesen.)
Die verschieden Konflikte (Antigone und Ismene als Kontrastpersonen, Kreons Stolz, weltliche versus göttliche Gesetze etc.) verhinden eine flache Handlung.

Nur die kurze Erwähnung verschiedenster Figuren aus der griechischen Mythologie (wie Danae, Dryas, Phineus, Erechtheus, etc.) die nichts mit der Handlung zu tun haben und nur zur Verdeutlichung dienen, sind in der heutigen Zeit eher verwirrend denn verdeutlichend. Sofern man sich nicht gut mit der Materie auskennt, muss man schon im Anhang nachsehen, um wirklich zu verstehen, was im Haupttext über sie geschrieben wird. Allerdings gilt das nur für anderthalb der knapp 60 Seiten. Deswegen kann ich die "Antigone" trotzdem ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.
Eine Rezension von Yvonne Zeiss >
vom 8. Februar 2010
Kundenrezensionen:
23. Es wird immer Tragödien geben und daher hat "Antigone" kein Fünkchen an Aktualität verloren
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